Pequm

So gelingt Integration

|   news

Pfullingen bietet ein bis dato einzigartiges Bildungsprojekt in der Region.

16 Schüler haben das erste von zwei Jahren in Pfullingen ganztags den Unterricht besucht.

Sie haben Deutsch gepaukt, sich mit den deutschen Sitten und Gebräuchen vertraut gemacht um im kommenden Jahr die Ausbildung zum Altenpflegehelfer zu absolvieren. Das Besondere daran: Keiner der Schüler kommt aus Deutschland. Alle haben einen Flucht- oder Migrationshintergrund und kaum einer der Auszubildenden lebt länger als drei oder vier in Jahre in Deutschland sondern sind erst vor wenigen Jahren, manchmal gar wenigen Wochen aus Ländern wie Afghanistan, Gambia, Syrien, Nigeria, Kamerun, Eritrea, Kasachstan, Vietnam, Moldawien zu uns gekommen.

Am vergangenen Freitag nahmen die Absolventen Ihre Zeugnisse des ersten von zwei Jahren in Empfang, begleitet vom Lob Vieler, die das für Baden-Württemberg einzigartige Projekt ermöglicht und fachlich begleitet haben.

Eingeführt wurde die Ausbildung zum / zur Altenpflegehelfer(-in) mit intensiver Deutschförderung in Baden-Württemberg 2015, die Akademie für Gesundheit und Soziales bietet sie seit vergangenem Jahr auch am Standort Pfullingen an. Dies war möglich weil der Geschäftsführer der Akademie, Dr. Thomas Gentner, gemeinsam mit dem Eigentümer der Räume, Udo Renz und dem Landratsamt Reutlingen, das einen Teil des Geländes in der Robert-Bosch-Straße für die Unterbringung und Betreuung von Geflüchteten angemietet hat, zu dem Ergebnis gelang, dass diese Ausbildungform eine Chance für Migranten sei und es langfristig auch für die hiesige Gesellschaft einen Nutzen bringt, wenn es gelingt, Menschen für diesen Beruf zu gewinnen, der inzwischen ein Mangelberuf geworden ist.

„Unser Ansatz war es, geflüchteten Menschen die Chance zu geben, einen Beruf zu erlernen, der ihnen die Integration in die deutsche Gesellschaft ermöglicht.“, so Udo Renz.

„Wir sind sicher, dass so Integration gelingen kann“, hofft der verantwortliche Schulleiter Dr. Gentner. „Ich habe in diesem einen Jahr genauso viel gelernt wie Sie als Auszubildende.“, fügt er bei der Zeugnisübergabe hinzu.

Bildungsprojekt läuft erfolgreich weiter

Am 1. April ist die Schule in ein neues Ausbildungsjahr gestartet. Allein die Anzahl von 33 Schülerinnen und Schüler sowie die erstaunliche Zahl von über 160 Bewerbungen können als Signal gewertet werden, dass die Ausbildung interessant zu sein scheint und sich die Arbeit, die von der Schule und den Lehrenden geleistet wird, weit über die Grenzen Pfullingens hinaus herumgesprochen hat. Auch in diesem Jahr ist die Liste der Herkunftsländer der Auszubildenden lang: Albanien, Afghanistan, Gambia, Irak, Iran, Kamerun, Thailand, Vietnam, Syrien, Tunesien, Serbien.

Schon jetzt stellt die Schulleitung mit dem Gebäudeinhaber Überlegungen an, wie der absehbare weitere Raumbedarf am bisherigen Standort gedeckt werden kann. Der umtriebige Eigentümer, Udo Renz, der selber in der Weiterbildungsbranche tätig ist, zeigt sich jedenfalls sehr optimistisch, was die weitere Zukunft dieses Projekts anbelangt.

Zurück
Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung
OK