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Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt

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Nicht nur eine volkswirtschaftliche Frage

Die Integration von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt macht Fortschritte. Trotzdem stehen alle Beteiligten noch vor großen Herausforderungen.

Mehr offene Stellen als Bewerber – eine Chance für Flüchtlinge

Der Arbeitsmarkt für Bewerber ist so gut wie nie, gerade in der Metropolregion Stuttgart, wo es mehr offene Stellen als Kandidaten gibt. Damit ergeben sich vielfältige Handlungsfelder, um geflüchtete Menschen in den Arbeitsmarkt zu bringen. „Die Integration ist nicht nur eine betriebs- und volkswirtschaftliche Frage, sondern eine Frage der Menschlichkeit.

Voraussetzung für den Erfolg ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Dafür ist eine noch stärkere Vernetzung notwendig“, plädierte Udo Renz, Geschäftsführer bei der PEQUM GmbH aus Pfullingen. Doch das sind nicht die einzigen Aufgaben.

 

Integration von Flüchtlingen ist immer noch eine Herausforderung

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Integration in den Arbeitsmarkt kein Kurzstreckenlauf ist, sondern ein Marathonlauf mit Hindernissen“, führt Udo Renz an.

Die Sprache sei nach wie vor eines der größten Hindernisse, dazu kämen mangelnde Qualifikation, unterschiedliche Auslegungen der Regularien und schlecht aufeinander abgestimmte Maßnahmen.

Kulturelle Probleme gebe es dagegen kaum, die Belegschaft nehme die neuen Kollegen gut auf. Grundsätzlich sei die Bereitschaft der Unternehmen da, geflüchtete Menschen einzustellen. Die Politik müsse nun die gesetzlichen Rahmenbedingungen weiter anpassen, Planungssicherheit erhöhen und die berufsbezogene Sprachkompetenz fördern.

 

Individuelle Förderungsprogramme sind Pflicht

Der Pfullinger Personaldienstleister PEQUM, bildet bereits seit 2017 Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund als Altenpflegehelfer aus. Im Ausbildungszentrum lernen die Teilnehmer ein Jahr lang Grundlagen für die Arbeit mit pflegebedürftigen Menschen.

 

Tipps für die Integration von Flüchtlingen in Unternehmen

„Wir vermitteln unseren Kunden eine Betriebsanleitung für Deutschland. Das heißt, wir erklären ihnen, wie der Arbeitsmarkt funktioniert, helfen ihnen dabei ihre Stärken zu erkennen, sich realistische Jobziele zu setzen und eine Arbeit zu finden“, erklärte Udo Renz. Wichtig beim Umgang mit Menschen mit Fluchthintergrund seien folgende Punkte:

  • Einen festen Ansprechpartner bieten. So schafft man Vertrauen.
  • Sich über den Lebenslauf des Flüchtlings informieren und Hintergrundwissen einholen.
  • Die kulturelle DNA beachten. Wenn jemand zum Beispiel nicht aktiv nachfragt, heißt das nicht, dass er uninteressiert ist, sondern Nachfragen in seinem Herkunftsland einen „Gesichtsverlust“ bedeuten.
  • Über die rechtlichen Rahmenbedingungen informieren.
  • Das Lernverhalten des Flüchtlings kennen (Welche Motivation treibt ihn an?), um besser auf seine Bedürfnisse eingehen zu können.
  • Einfache Sprache verwenden und keine Metaphern benutzen.

 

Perspektiven aufzeigen und Chancen bieten

Udo Renz, Geschäftsführer der PEQUM GmbH, appellierte, auch jugendlichen Flüchtlingen, die aus der Berufsschule kommen, aber noch nicht anerkannt sind, eine Perspektive zu bieten. „Sie sind hoch motiviert und haben eine Chance verdient.“

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